Authentizität // Selbstinszenierung

18. Juli 2018 (von Sabrina Podesser)

Schön.
Zwei BeDingende.
Erstens. Warum schämen wir uns vor unseren Fragen? Den Sackgassen und Haltestellen unseres Lebens. Wir nennen sie Baustellen und malen sie grau, laut, hässlich, unfertig. Mit massiven Großtonnern als konstruierende Helfer, die scheinbar mehr kaputt machen als recht. Sie sehen nicht mich, sie sehen ja nur die Pläne. Dieses Bild ist alles andere als schön und wir sind das Gegenteil von allem anderen als schön. Also Schön.
Zweitens.
Vielleicht wissen wir Erstens und streichen diese Baustellen deshalb aus unserem Leben. Wir wollen uns aus Angst vor der Scham ewig machen (2. Kor. 4:18) und schminken, glätten, frisieren, tuschen und pudern. #ohne makeup. Dann braucht es den hässlichen Hinweis auf meine unverbesserliche Unzulänglichkeit nicht, weil so „passt’s scho“. Selbstinszenierung nenne ich das. Heuchelei nennt Gott das und geht damit vors Gericht.
Warum?
Weil er das Bild anders malt.
Er sieht einen Baum (Matt.7:15-29). Er sieht einen Garten. Er sieht alles mögliche prozesshafte, werdende, in Raum und Zeit Aufgesplitterte. Er sieht das Unsichtbare, das Ewige und versucht es nicht konstruierend in die Dimensionen Raum und Zeit reinzupressen. Damit nimmt er jede einzelne unserer „passt scho“ Schichten behutsam weg. Wie ein Gärtner. Und er lässt und wachsen, wie ein Gärtner. Nicht belanglos, planlos, sondern immerzu unser ewiges Schön vor seinem inneren Auge sehend. Dann machen wir uns nicht selber schön, sondern er macht uns schön, weil er zuspricht, dass wir es bereits sind. Es ist unsere DNA, unsere Bestimmung, unser Erbe – vom Schöpfer selbst.

Wir haben das in einem gemeinschaftlichen Miteinander versucht. Wir versuchen es immer noch. Dieser Prozess nennt sich Gnade und betrifft nicht nur das Gegenüber sonder auch, vielleicht noch mehr, das Selbst. Diese Sichtweise holt den Himmel auf eine so gewaltige und erfahrbare Weise ins Jetzt, dass meine Haare am Rücken aufschrecken. Sie befähigt uns „selbst“ und echt zu sein – und weiter noch lässt sie uns die Frage nach Identität erst stellen. Und vor allem macht sie Platz für den Geist der Wahrheit, des Friedens, der Veränderung und der Wiederherstellung. Gott ist ein Gott der sieht. Wir wollen auch hinsehen.

„…denn das Sichtbare ist zeitlich, das Unsichtbare ewig.“ 2. Kor. 4:18

„Den Reinen ist alles rein; den Befleckten aber und Ungläubigen ist nichts rein, sondern befleckt ist sowohl ihre Gesinnung als auch ihr Gewissen. Sie geben vor, Gott zu kennen, aber in den Werken verleugnen sie ihn und sind abscheulich und ungehorsam und zu jedem guten Werk unbewährt.“ Titus 1:15.16

„Hütet euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen! Inwendig sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Liest man etwa von Dornen Trauben oder von Disteln von Feigen? So bringt jeder gute Baum gute Früchte, aber jeder faule Baum bringt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, noch kann ein fauler Baum gute Früchte bringen. (…). Deshalb, an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.“ Matthäus 7:15-18.20